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Quoten-Monitor · Beispielquoten

  • Salzburg – Rapid 1,85
  • Sturm – LASK 2,10
  • Austria – WAC 2,45

Analyse

Der Kombischein und die unsichtbare Rechnung

Warum Anbieter Kombiwetten so offensiv bewerben und Einzelwetten kaum: die Rechnung dahinter, die auf den meisten Seiten schlicht fehlt.

Drei Tipps mit je siebzig Prozent Trefferchance ergeben für den Schein rund 34 Prozent.

Es gibt eine einfache Beobachtung, die viel erklärt: Auf praktisch jeder Wettseite wird der Kombischein beworben, die Einzelwette so gut wie nie. Das hat einen Grund, und er steht selten dabei.

In jeder Quote steckt die Marge des Anbieters, meist ein paar Prozent. Bei einer Einzelwette zahlen Sie sie einmal. Kombinieren Sie drei Tipps, multiplizieren sich nicht nur die Quoten, sondern auch diese Margen: aus etwa fünf Prozent werden rechnerisch rund fünfzehn.

Dazu kommt die Trefferwahrscheinlichkeit. Drei Tipps mit je siebzig Prozent ergeben für den gesamten Schein 0,7 × 0,7 × 0,7, also rund 34 Prozent. Zwei von drei Scheinen gehen verloren — und das bei Einschätzungen, die einzeln überwiegend richtig waren.

Der Effekt beschleunigt sich mit jeder weiteren Auswahl. Bei fünf Tipps mit je siebzig Prozent sind es rechnerisch knapp 17 Prozent für den ganzen Schein, bei sieben noch gut acht. Die Gesamtquote wächst in dieselbe Richtung, nur ist sie die Zahl, die auf dem Schein steht, während die Trefferwahrscheinlichkeit nirgends steht.

Das ist kein Argument gegen Kombiwetten als Unterhaltung. Wer einen kleinen Betrag auf eine hohe Quote setzt und weiß, dass die Rechnung gegen ihn läuft, macht nichts falsch. Es ist ein Argument gegen den Kombischein als Methode: Aus einem guten Tipp werden durch vier weitere keine besseren Aussichten, sondern nur vier zusätzliche Risiken.

Wer die Ausfallsicherheit möchte, ohne den Totalverlust bei einem Fehltipp, findet in der Systemwette den Kompromiss; er kostet Einsatz und senkt den Höchstgewinn. Die vollständige Rechnung steht unter Kombiwetten.

Warum die Rechnung so selten irgendwo steht

Es gibt einen einfachen Grund: Sie ist unbequem für alle, die vom Kombischein leben. Für den Anbieter ist er das ertragreichste Produkt, für Werbepartner das mit den attraktivsten Zahlen: eine Gesamtquote von 25,00 wirbt sich leichter als eine von 1,85.

Dazu kommt, dass die Rechnung Zwischenschritte verlangt. Man muss Quoten in Wahrscheinlichkeiten umrechnen, addieren und die Differenz zu 100 Prozent deuten. Das ist nicht schwer, aber es passt nicht in eine Bildunterschrift, und wer es nicht selbst nachrechnet, sieht auf dem Wettschein nur die große Zahl am Ende.

Fünf Auswahlen auf einem Schein bedeuten fünf einkalkulierte Margen auf einen Einsatz. Fünf Auswahlen auf einem Schein bedeuten fünf einkalkulierte Margen auf einen Einsatz.

Der Boost, der keiner ist

Fast alle Häuser bieten inzwischen einen Kombi-Boost: einen prozentualen Aufschlag auf die Gesamtquote, der mit der Zahl der Auswahlen wächst. Auf den ersten Blick sieht das nach einem Ausgleich für das höhere Risiko aus.

Rechnen Sie nach, dreht sich das Bild. Wenn die kumulierte Marge bei fünf Auswahlen im Bereich von zwanzig Prozent liegt, gleicht ein Boost von zehn Prozent das nicht aus: er halbiert den Nachteil, er beseitigt ihn nicht. Und die Boosts sind nicht zufällig an hohe Auswahlzahlen geknüpft: Genau dort ist der Aufschlag des Anbieters am größten.

Dasselbe gilt für vorgefertigte Kombischeine, die viele Anbieter vorschlagen. Sie sind bequem und enthalten regelmäßig Auswahlen, die Sie selbst nie getroffen hätten.

Was daraus folgt — und was nicht

Es folgt kein Verbot. Wer einen kleinen Betrag auf eine hohe Quote setzt, das Ganze als Unterhaltung verbucht und weiß, dass die Rechnung gegen ihn läuft, macht nichts falsch. Ein Zehnerschein für zwei Euro am Champions-League-Abend ist eine Freizeitausgabe, keine Strategie, und als solche völlig in Ordnung.

Problematisch wird es bei der zweiten Verwendung: dem Versuch, aus einem guten Tipp einen großen Gewinn zu machen, indem man ihn mit vier weiteren auffüllt. Der gute Tipp wird dadurch nicht besser. Er wird von vier zusätzlichen Risiken begleitet, und die kumulierte Marge steigt mit jedem davon.

Wer die Ausfallsicherheit möchte, ohne bei einem einzigen Fehltipp alles zu verlieren, findet in der Systemwette den Kompromiss, der Einsatz kostet und den Höchstgewinn senkt. Wer dagegen langfristig rechnet, landet fast zwangsläufig bei der Einzelwette, weil dort die Marge nur einmal zuschlägt. Die vollständige Rechnung steht unter Kombiwetten.

Siehe auch: Bonusbedingungen lesen: vier Zahlen, drei Fallen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum verdienen Anbieter an Kombischeinen mehr?

Weil sich mit den Quoten auch die einkalkulierten Margen multiplizieren. Aus etwa fünf Prozent bei einer Einzelwette werden bei drei Auswahlen rechnerisch rund fünfzehn.

Gleicht ein Kombi-Boost den Nachteil aus?

In aller Regel nicht. Liegt die kumulierte Marge bei fünf Auswahlen im Bereich von zwanzig Prozent, verkleinert ein Boost von zehn Prozent den Nachteil, dreht ihn aber nicht um. Boosts sind nicht zufällig an hohe Auswahlzahlen geknüpft.

Wie viele Auswahlen sind noch vertretbar?

Zwei bis drei halten die kumulierte Marge überschaubar. Ab fünf Tipps ist der Schein rechnerisch ein Los mit schlechtem Preis: als Unterhaltung in Ordnung, als Methode nicht.

Sind vorgefertigte Kombischeine sinnvoll?

Sie sind bequem und enthalten regelmäßig Auswahlen, die Sie selbst nie getroffen hätten. Wer kombiniert, sollte jeden einzelnen Tipp begründen können.

Wie verändert sich die Trefferchance bei fünf statt drei Auswahlen?

Sie fällt schneller, als die Gesamtquote steigt. Bei drei Tipps mit je siebzig Prozent liegt der Schein rechnerisch bei rund 34 Prozent, bei fünf bei knapp 17 und bei sieben bei gut acht.

Wetten mit Verantwortung

Sportwetten sind ab 18 Jahren erlaubt und sollen Unterhaltung bleiben. Setzen Sie nur Geld ein, dessen Verlust Sie verschmerzen können, legen Sie Limits fest und machen Sie Pausen. Kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym berät österreichweit spielsuchthilfe.at. Mehr dazu auf unserer Seite verantwortungsvolles Spielen.