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Strategie

Systemwetten erklärt: Aufbau, Einsatz und Vergleich mit Einzelwetten

Die Systemwette ist der Versuch, die Kombiwette zu entschärfen. Sie funktioniert, kostet aber genau das, was sie an Sicherheit bringt.

Ein System 2 aus 3 bildet drei Zweierkombinationen: Ein Fehltipp lässt eine davon trotzdem gewinnen.

Wie eine Systemwette aufgebaut ist

Bei einer klassischen Kombiwette müssen alle Tipps aufgehen. Bei einer Systemwette werden aus denselben Auswahlen alle möglichen kleineren Kombinationen gebildet, die dann einzeln abgerechnet werden. Ein System 2 aus 3 erzeugt aus drei Tipps drei Zweierkombinationen: A+B, A+C und B+C.

Geht einer der drei Tipps daneben, sind zwei der drei Kombinationen verloren, die dritte gewinnt trotzdem. Genau das ist der Unterschied zur Kombiwette, bei der ein einziger Fehltipp den gesamten Schein vernichtet. Bei größeren Systemen wächst diese Ausfallsicherheit weiter: Ein System 3 aus 5 bildet zehn Dreierkombinationen, von denen bei einem Fehltipp noch vier aufgehen.

Ein System 3 aus 5 bildet zehn Kombinationen: Bei fünf Euro pro Kombination beträgt der Einsatz fünfzig Euro, nicht fünf.

Der Einsatz vervielfacht sich, und das übersehen die meisten

Der wichtigste praktische Punkt: Sie setzen nicht einmal, sondern pro Kombination. Bei einem System 2 aus 3 mit fünf Euro pro Kombination beträgt der Gesamteinsatz fünfzehn Euro. Bei einem System 3 aus 5 mit zehn Kombinationen sind es bei fünf Euro schon fünfzig.

Wer das übersieht, setzt versehentlich ein Vielfaches des Geplanten, und das ist der häufigste Fehler bei dieser Wettform. Rechnen Sie deshalb immer zuerst die Zahl der Kombinationen aus und teilen Sie erst danach Ihren geplanten Gesamteinsatz darauf auf, nicht umgekehrt. Die Wettscheine der Anbieter zeigen die Summe an, aber oft erst nach der Auswahl.

Praktisch heißt das auch: Große Systeme sind für kleine Guthaben ungeeignet. Ein System 4 aus 8 erzeugt siebzig Kombinationen; damit das bezahlbar bleibt, muss der Einsatz pro Kombination so klein sein, dass selbst ein guter Ausgang kaum etwas abwirft. Sinnvoll bleiben Systeme aus drei bis fünf Auswahlen.

Was das System kostet

Ausfallsicherheit ist nicht gratis. Weil der Einsatz auf mehrere Kombinationen verteilt wird, fällt der Gewinn im besten Fall — alle Tipps richtig — niedriger aus als bei einer vollen Kombiwette mit demselben Gesamteinsatz. Sie tauschen einen möglichen hohen Ertrag gegen eine ruhigere Bilanz.

Rechnerisch günstiger als Einzelwetten wird die Systemwette dadurch nicht. Die Marge des Anbieters steckt weiterhin in jeder Einzelquote und multipliziert sich innerhalb jeder Kombination. Es ist dieselbe Mechanik wie bei Kombiwetten, nur auf mehrere kleinere Scheine verteilt. Wie Sie diese Marge sichtbar machen, steht unter Quoten verstehen.

Wann sich eine Systemwette lohnt

Sie ist dann sinnvoll, wenn Sie mehrere Tipps für ähnlich gut halten und keinen davon priorisieren wollen und wenn Ihnen eine gleichmäßigere Bilanz wichtiger ist als der Höchstgewinn. Wer nach einer Serie von Totalverlusten auf Kombischeinen die Freude verloren hat, findet hier den ruhigeren Weg.

Sie ist dagegen nicht der Weg, aus schwachen Tipps gute zu machen. Ein System aus fünf Auswahlen, von denen drei geraten sind, verteilt nur das Risiko schlechter Auswahl auf mehr Kombinationen. Die Qualität der einzelnen Einschätzung bleibt die entscheidende Größe, und genau deshalb ist für die meisten die Einzelwette der solidere Ausgangspunkt.

Wer Systeme regelmäßig spielt, sollte den Gesamteinsatz pro Spieltag festlegen, bevor der Schein gebaut wird, und die Zahl der Kombinationen daran anpassen. Grundsätzliches zur Einsatzhöhe steht unter Strategien, Hinweise zu Grenzen unter verantwortungsvolles Spielen.

Die gängigen Systemgrößen im Überblick

Die Bezeichnung folgt einem einfachen Muster: „x aus y" bedeutet, dass aus y Auswahlen alle möglichen Kombinationen mit je x Tipps gebildet werden. Vier Größen decken die Praxis fast vollständig ab.

  • 2 aus 3 ergibt drei Kombinationen. Der Einstieg: Ein Fehltipp lässt noch eine Kombination gewinnen.
  • 2 aus 4 ergibt sechs Kombinationen. Bereits deutlich teurer, dafür verträgt der Schein zwei Fehltipps, ohne komplett zu verfallen.
  • 3 aus 4 ergibt vier Kombinationen. Höherer Ertrag pro Treffer als 2 aus 4, aber nur ein Fehltipp ist verkraftbar.
  • 3 aus 5 ergibt zehn Kombinationen. Die Obergrenze des Sinnvollen für die meisten Guthaben.

Sichtbar wird daran das Grundprinzip: Je kleiner das x im Verhältnis zum y, desto mehr Sicherheit und desto weniger Ertrag. Ein System 2 aus 5 ist sehr ausfallsicher und wirft selbst bei gutem Verlauf wenig ab; ein System 4 aus 5 ähnelt bereits stark einer Kombiwette.

Warum Systemwetten schwerer auszuwerten sind

Ein praktischer Nachteil, der selten erwähnt wird: Die Bilanz einer Systemwette lässt sich schwerer auf Ursachen zurückführen. Bei einer Einzelwette wissen Sie genau, welche Einschätzung falsch war. Bei einem System mit zehn Kombinationen sehen Sie eine Summe, in der gute und schlechte Auswahlen vermischt sind.

Wer Systeme spielt und lernen möchte, sollte deshalb zusätzlich notieren, wie die einzelnen Tipps ausgegangen sind, nicht nur das Ergebnis des Scheins. Sonst sammeln Sie zwar Erfahrung, können aber nach hundert Wetten nicht sagen, in welchen Märkten Ihre Einschätzungen tragen. Die Systematik dazu steht unter Einzelwetten.

Ein zweiter Punkt betrifft die Auszahlung. Weil bei einem System fast immer ein Teil der Kombinationen gewinnt, kommt häufig ein kleiner Betrag zurück, auch dann, wenn der Schein insgesamt ein Verlust war. Dieses Teilergebnis fühlt sich besser an, als es ist, und verschleiert die tatsächliche Bilanz. Rechnen Sie deshalb konsequent Gesamteinsatz gegen Gesamtrückfluss, nicht einzelne Gutschriften.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist eine Systemwette genau?

Aus mehreren Tipps werden alle möglichen kleineren Kombinationen gebildet. Bei einem System 2 aus 3 entstehen aus drei Auswahlen drei Zweierkombinationen. Geht ein Tipp daneben, gewinnen die übrigen Kombinationen trotzdem.

Wie hoch ist der Einsatz bei einer Systemwette?

Er vervielfacht sich mit der Anzahl der Kombinationen. Ein System 2 aus 3 mit fünf Euro pro Kombination kostet fünfzehn Euro, nicht fünf. Wer das übersieht, setzt versehentlich ein Vielfaches des Geplanten.

Wann lohnt sich eine Systemwette gegenüber Einzelwetten?

Vor allem, wenn Sie mehrere Tipps für ähnlich gut halten und Ausfallsicherheit wollen. Rechnerisch günstiger als Einzelwetten ist sie nicht: Sie kaufen Risikoverteilung und bezahlen sie mit Ertrag.

Welche Systemgrößen sind sinnvoll?

Kleine. Systeme aus drei bis fünf Auswahlen bleiben überschaubar und bezahlbar. Bei acht oder zehn Auswahlen wächst die Zahl der Kombinationen so stark, dass der Einsatz pro Kombination winzig sein muss, damit das Ganze bezahlbar bleibt.

Verringert eine Systemwette das Risiko wirklich?

Sie verteilt es. Der Totalverlust bei einem einzigen Fehltipp entfällt, dafür ist der Gewinn im besten Fall niedriger als bei der vollen Kombination. Das System beseitigt das Risiko nicht, es macht die Bilanz nur weniger sprunghaft.

Wetten mit Verantwortung

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